Mo

17

Jun

2013

Sind Selfpublisher Autoren zweiter Klasse?

Seit ich vor Jahren das erste Mal mit dem Thema Selfpublishing in Kontakt gekommen bin, habe ich mich mit dieser Frage auseinandergesetzt. Besitzen Bücher, die keinen Verlag gefunden haben, keinen Wert? Sind sie zwangsläufig schlecht, nur weil das Besondere an ihnen bislang noch keinem Lektor ins Auge gestochen ist? Muss ein Autor sich dafür schämen, sein Buch selbst herausgebracht zu haben? Sind Selfpublisher tatsächlich Autoren zweiter Klasse?

...

Zu diesem Thema gibt es wohl unzählige Meinungen. Hier erfahren Sie meine.

Im Laufe der Jahre durfte ich viele Erfahrungen sammeln. Ich durfte erkennen, dass nicht jedes lesenswerte Buch einen Verlag findet. Das liegt vielleicht an dem Genre, in dem der Text beheimatet ist. Möglicherweise wurden bereits einige Bücher dieser Richtung in dem kontaktierten Verlag veröffentlicht. Unter Umständen entspricht der Stil oder der Inhalt eines Buches nicht dem, was ein Verlag für künstlerisch wertvoll hält, obwohl er in dieser sich ständig verändernden Zeit seine Berechtigung hätte.

Ich durfte aber auch entdecken, dass nicht jedes in einem Verlag veröffentlichte Buch automatisch gut ist. Romane haben ihren Weg von einem Verlag zu mir gefunden, die nicht ansatzweise meine Qualitätserwartungen an Erzählart und Aufbau der Geschichte entsprochen haben. Trotz Durchlauf eines Profilektorats enthielten Bücher Tippfehler und Zeichensetzungsfehler. Ein Verlag hat außerdem mit dem Nachteil zu kämpfen, dass die lange Vorlaufphase für die Veröffentlichung ein zeitnahes Erscheinen eines Werkes zu einem aktuellen Thema verhindert.

Aber letztendlich entscheidet immer noch der Leser, was ihm gefällt.

In Zeiten, in denen ein e-book binnen Stunden der gesamten Welt zugänglich gemacht werden kann, liegt es im Ermessen des Lesers, ob er Verlagskost oder Independent bevorzugt. Im Internet sind wir auf den ersten Blick alle gleich. Und wenn dort ein Cover oder eine Leseprobe nicht besteht, dann wird ein Werk weder vom Verlag noch vom Selfpublisher gekauft. Natürlich stehen einem Verlag Werbemöglichkeiten zur Verfügung, von denen ein noname-Autor nur träumen kann. Wir müssen um jeden Leser kämpfen. Es existieren diverse Plattformen, die sich auf Werbung für Selfpublisher spezialisiert haben. Andere bekannte Sammelplätze für Leser legen jedoch keinen Wert auf Indieautoren. Für sie steht wohl fest, dass Bücher ohne Verlag nur niedrige Qualität produzieren können.

Ich schlage vor, als Leser machen wir uns selbst ein Bild. Wenn uns das Cover und die Leseprobe eines Buches ansprechen, dann sollten wir unbekannten Autoren eine Chance geben. Und vielleicht geben Sie auch mir eine Gelegenheit, Sie als Autor von meinen Werken zu überzeugen. Wie wäre es mit „Im Wettstreit der Gefühle“? Hier finden Sie eine kurze Leseprobe.

Seine nächste Frage kam abrupt. „Wann seid Ihr hier fertig?“

„Es dauert noch. Weshalb fragt Ihr?“

„Das Wetter ist herrlich …“

„Nay!“ Der Widerspruch kam automatisch. Einem Mann wie MacNeal würde sie niemals freiwillig zustimmen. „Der Wind ist stark genug, um mir den Hut vom Kopf zu wehen.“

„Trotzdem … Wir könnten …“ Er zögerte und überlegte. Dann fuhr er sich durch die schwarzen, schulterlangen Haare. „Wir könnten einen Spaziergang machen?“

Sie runzelte die Stirn. „Ein Spaziergang? Ich fürchte, ich verstehe nicht. … Wieso sollten wir das tun?“ Ihr war nicht einmal klar, weshalb er hier in ihrer Nähe herumscharwenzelte, obwohl sie doch so offensichtlich kein Interesse an einer Vertiefung ihrer Bekanntschaft zeigte.

„Nun …“ Er hatte bislang noch keine Frau getroffen, die gezögert hätte, Zeit mit ihm zu verbringen. Erin hingegen schien das Ausmisten der Ställe zu bevorzugen. „Wir könnten uns unterhalten … uns ein wenig besser kennenlernen?“

„Wozu?“

Liam seufzte. „Das macht man doch so, wenn man sich mag.“

„Ich mag Euch aber nicht“, widersprach sie. „Außerdem habe ich keine Zeit dafür. Später warten die Kinder auf mich. Und vorher muss ich unbedingt die Ställe fertig ausmisten. Mit dem Verdienst, den ich durch diese Aufgabe dazuverdiene, kann ich mir vielleicht irgendwann einmal ein solches Kleid leisten, von dem Ihr gesprochen habt.“

„Ich könnte es Euch kaufen.“

„Welche Gegenleistung würdet Ihr dafür wohl verlangen?“ murmelte sie und ahnte nur zu genau, wie die Antwort ausfallen würde.

Er zuckte mit den Schultern. „Vielleicht einen Kuss?“

„Danke für dieses großzügige Angebot. Aber es würde mich zu viel Überwindung kosten. … Ich kann ohnehin selbst für mich sorgen.“

„Diese Herausforderung nehme ich an“, murmelte er mit verärgertem Blick.

Bevor ihr klar wurde, was er vorhatte, hatte er die Mistgabel zur Seite geworfen und sie an sich gezogen. Seine Lippen pressten sich auf ihre.

Sie räumte ihm keine Gelegenheit ein, seine vielgerühmten Verführungskünste zur Anwendung zu bringen. Stattdessen stieß sie ihn von sich und versetzte ihm eine schallende Ohrfeige.

Jetzt bin ich neugierig. Wie hat es Ihnen gefallen?

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