Ein richtiger Liam

Entschlossen trat sie einen Schritt zurück. Einen Moment hatte Liam Angst, sie würde sich ihm entziehen. Doch Erin öffnete langsam die Bänder am oberen Teil ihres Nachthemds und ließ es dann an ihrem Körper entlang auf den Boden gleiten.

Die Luft entwich Liams Kehle in einem aggressiven Knurren. Blitzschnell zog er sie wieder an sich und küsste sie mit einer Leidenschaft, die er noch niemals im Leben empfunden hatte. Ihre unerwartete Bereitschaft, sich ihm neuerlich hinzugeben, raubte ihm den Atem. Verzückt spürte er, wie sie sein Hemd öffnete und mit ihren kühlen Fingern seinen Oberkörper erforschte.

...

„Es gibt noch so viel, was ich dich lehren möchte, meine Liebste“, murmelte er. „Versprich mir, dass du mich nicht zurückstößt. Niemals mehr.“

Sie seufzte und hob den Kopf. Noch ein paar U-Bahn-Stationen, bevor sie aussteigen musste, ließen ihr Zeit, die prickelnde Szene weiterzulesen. Wenigstens in ihrer Fantasie durfte sie ihre Wünsche ausleben. Für Liebesgeplänkel war in den letzten Monaten keine Zeit geblieben. Ein Teil von ihr sehnte sich nach einem Mann, mit dem sie sich in dem breiten Bett in ihrem gemütlichen aber einsamen Schlafzimmer wälzen konnte. Vielleicht sehnte sie sich auch ein wenig nach Romantik. Seit sie die neue Position in der Firma übernommen hatte, verbrachte sie die meisten Stunden des Tages im Büro. Auch jetzt war die Sonne gerade erst dabei, den Himmel zu erklimmen. Noch ein Seufzen. Ihr Blick wanderte zurück zu den Buchstaben des Textes in ihrem Schoß.

„Ich werde dir nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Ich will mehr über die körperliche Liebe lernen. Zeig mir die dekadenten Spielarten der erotischen Leidenschaften, für die du weithin berühmt bist.“

Ihre süße, unschuldige Neugier ließ ihn vergessen, auf einer klaren Antwort zu bestehen. Er gab eine Mischung von Lachen und Stöhnen von sich. „Wenn ich mit dir fertig bin, meine Liebste, wirst du keine Luft mehr zum Atmen haben.“

Erin lachte. Sie zog ihn mit sich aufs Bett. „Dann fang an“, befahl sie mit unsicherer Stimme.

Wieder kontrollierte sie, wie lange die Fahrt noch dauern würde. Dieses Mal ließ sie ihren Blick jedoch über die anderen Gäste in dem Wagen schweifen. Die meisten Anwesenden kannte sie vom Pendeln in den frühen Morgenstunden. Doch diesen jungen Mann dort drüben hatte sie bislang nie bemerkt. Schwarze, schulterlange Haare. Wie Liam aus „Im Wettstreit der Gefühle“, dem Buch, das sie gerade las. Sehr attraktiv. Unnahbar und gerade deshalb so anziehend. Ah, wäre sie weniger zurückhaltend, würde sie ihn trotzdem ansprechen.

Sie sah durch das Fenster auf die Schilder in der U-Bahn-Station. Noch zwei Stationen bis zum Stephansplatz.

Endlich fand sein Mund ihre Brüste. Auf diese Berührung hatte sie bereits gewartet. Er sog ihre empfindsame Spitze ein. Sie schnappte überrascht nach Luft, als seine Zähne sanft an der Knospe knabberten. Der süße Schmerz ließ sie das Rückgrat durchbiegen. Ihr Stöhnen wurde lauter.

Liam beschloss, die Qual noch nicht zu beenden. Sie sollte bekommen, wonach sie gebeten hatte. Er widmete sich ausführlich ihrer anderen Brust.

Unruhig wand sie sich unter ihm. Wann würde er ihr endlich Erlösung schenken? „Bitte, Liam. Dieses ungestillte Verlangen verbrennt mich.“

„Du bist noch lange nicht so weit“, flüsterte er an ihrer Brust. Langsam wanderten seine Lippen und strichen zart über ihren Bauch. Seine Zungenspitze in ihrem Nabel jagte kalte Schauer über ihren Rücken. Ihr Inneres schmolz in den glühenden Flammen der Lust. Ihre Anspannung wuchs.

Ein Anrempeln ihrer Schulter.

„Entschuldigung“, murmelte die Person, die sie angeschubst hatte.

Sie sah auf und blickte dem süßen Typen von vorhin direkt in die braunen Augen mit den grünen Sprenkeln. Auch dieses Detail erinnerte sie an Liam. Beinahe hätte sie ihre Station verpasst, wurde ihr klar. Der Kerl hatte ihr einen Umweg erspart. Automatisch wollte sie ihm versichern, dass nichts passiert sei, dass er ihr sogar geholfen hatte, doch dann änderte sie spontan ihre Meinung. Sie wollte einen richtigen Liam. Wieso warten, bis der Held ihrer Träume den ersten Schritt auf sie zumachte? „Ich werde Ihnen verzeihen, wenn Sie mich heute Abend zum Essen einladen.“

Der Mann wirkte überrascht, bevor ein Grinsen seine Gesichtszüge entspannte. Dabei erschienen sogar Grübchen. Ging es noch niedlicher? „Dann bleibt mir wohl keine andere Wahl. Ich könnte nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich wüsste, dass da draußen eine attraktive Frau auf mich böse ist. Treffen wir uns gegen sieben vor dem Stephansdom?“

Sie nickte und lächelte zufrieden, während sie sich erhob, um mit ihm auszusteigen. In Gedanken bedankte sie sich bei Liam und dem leidenschaftlichen, erotischen Roman „Im Wettstreit der Gefühle“. Nun konnte sie vielleicht ihre eigene Liebesgeschichte erfinden.

Auch Sie wollen wissen, was so faszinierend an Liam ist? Dann empfehle ich die Lektüre von „Im Wettstreit der Gefühle“. Dieses E-Book ist übrigens auf amazon um EUR 2,99 erhältlich.

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Kommentare: 1
  • #1

    Claudia (Donnerstag, 31 Dezember 2015 04:31)

    Sehr cooler Teaser :D