Schuld war nur sein Lachen

Sie hatte ein Problem. Das wurde ihr klar, als er sich – statt den Abend mit ihr zu verbringen – lieber das EM-Spiel ansah. Als er – sobald er endlich das Schlafzimmer betrat – sie verführerisch nackt auf dem Bett drapiert und auf ihn wartend vorfand … und einfach nur lachte.

Resigniert fügte sie zu den Enttäuschungen der heutigen Tages eine weitere hinzu. Also keine atemlose Bewunderung. Keine leidenschaftliche Umarmung. Keine wilden, begehrlichen Küsse. Kein Erobern ihres Körpers.

...

Bei seiner Reaktion handelte es sich allerdings mehr als um eine Enttäuschung. Es war eine offene Ablehnung, ein Schlag ins Gesicht. ‚Nun gut‘, dachte sie. ‚Dann bist eben nicht DU mein Held. Ich kann problemlos einen anderen finden. Was glaubst du, warum ich so viel im Internet bestelle? Damit der junge, hübsche Postmann mehrmals klingelt. Und wenn es die Funktion „In so vielen Einzelpaketen wie möglich schicken“ gäbe, würde ich auch die nutzen.‘

Mit einem schadenfrohen Lächeln öffnete sie einen historischen Liebesroman auf ihrem Kindle. Vielleicht würde sie ihre Pläne irgendwann einmal in die Realität umsetzen. In der Zwischenzeit würde sie sich von attraktiven, stürmischen Verehrern verführen lassen.

An der höchsten Stelle des Tors entdeckte George plötzlich eine Gestalt in Weiß.
Überrascht blieb er stehen. Sollte das etwa das Gespenst sein, von dem ihm Mrs. Moore letzte Woche erzählt hatte? Einer der Arbeiter hatte diese Phantasterei das erste Mal erwähnt, als er sich eine Woche zuvor geweigert hatte, spät abends auf einem Feld nach dem Rechten zu sehen. Er hatte behauptet, dass das Gespenst dort sein Unwesen treiben und ihm etwas Schreckliches antun würde. Dabei hatte sein Gesichtsausdruck gewirkt, als hätte George von ihm verlangt, für eine Handvoll Erbsen mit nackten Füßen über glühende Kohlen zu laufen – bis ans Ende der Welt. Die Angst des Mannes vor dem Gespenst resultierte offensichtlich aus einer tiefen Überzeugung von dessen Existenz.

[...]

Die Gestalt bewegte sich, und George konnte erkennen, dass es sich um eine junge Frau mit hüftlangem, goldglänzendem Haar handelte. Fasziniert beobachtete er sie. Leider wandte sie ihm ihr Gesicht nicht zur Gänze zu, doch er war sich dennoch sicher, dass er sie auf Rosewood noch nie gesehen hatte.
Das Mädchen erinnerte ihn an etwas oder jemanden. Es wollte ihm nur nicht einfallen. Ihr Bild erzeugte eine verzerrte Spiegelung in seinem Kopf. Ein ärgerliches Gefühl. Doch seltsamerweise rührte die Frau an sein Herz, und er spürte eine starke Zärtlichkeit in sich aufsteigen. Diese Fremde brachte seinen Puls förmlich zum Rasen.
Wollen auch Sie in Ihrer Fantasie Männer zähmen, die anschließend mit Anbetung im Blick zu ihren Füßen liegen? Wie wäre es dann zum Beispiel mit dem rätselhaften, romantischen „Geheimnis von Rosewood“? Das E-Book ist auf amazon um EUR 2,99 erhältlich.

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